Was ist Homöopathie

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Jeder kennt diesen Begriff, viele haben schon einmal von den erstaunlichen Heilerfolgen gehört, die mit dieser Methode erzielt werden.
Dennoch wissen viele nicht, was sich eigentlich dahinter verbirgt.
Weit verbreitet ist die Auffassung, Homöopathie sei identisch mit der Naturheilkunde, und „ Homöopath" sei nur ein anderer Ausdruck für Heilpraktiker.
Akupunktur, Chiropraktik, Pflanzenheilkunde, Neuraltherapie oder Augendiagnose- sie alle werden oft mit der Homöopathie identifiziert.

Hierbei handelt es sich um Therapie- bzw. Diagnoseverfahren, die zwar häufig von Heilpraktikern angewandt werden, mit der Homöopathie jedoch nichts zu tun haben.

Die Homöopathie ist eine eigenständige Heilweise mit annähernd 200-jähriger Geschichte. Ausgeübt wird sie in Deutschland von Heilpraktikern und Ärzten, die sich zusätzlich zu ihrer Berufsausbildung in diese Methode eingearbeitet haben.
In ihrer Denkweise und ihrem therapeutischen Vorgehen unterscheidet sich die Homöopathie grundlegend von der Schulmedizin.
Der Begriff Homöopathie leitet sich von griechischen „homoion pathos" her , was soviel bedeutet, wie" ähnliches Leiden".
So heißt denn auch das therapeutische Leitprinzip der Homöopathen: „Similia similibus curentur" - Heile Ähnliches mit Ähnlichem!
(Simile = lateinisch und heißt ähnlich).

Der Begründer der Homöopathie

Dr. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, wurde als Sohn eines Porzellanmalers am 10. April 1755 in Meißen an der Elbe geboren.
Im Alter von 20 Jahren begann er in Leipzig das Studium der Medizin.
Im Frühjahr 1779 kam Hahnemann nach Erlangen um dort sein Studium abzuschließen; im selben Jahr promovierte er dort zum Doktor der Medizin.
Mit dem während seines Studiums erworbenen Wissen war der junge Arzt nicht zufrieden. Enttäuscht über den Zustand und die Möglichkeiten der Medizin gab Hahnemann seine erst kurze Zeit bestehende Praxis wieder auf und erwarb sich den kargen Lebensunterhalt für Frau und Kinder durch das Übersetzen und Bearbeiten wissenschaftlicher Bücher.
Beim Übersetzen der Arzneimittellehre des berühmten schottischen Pharmakologen Cullen entflammte sich Hahnemanns kritischer Geist an der Behauptung, die Cinarinde heile das Wechselfieber durch Ihre magenstärkende Wirkung. 1790:
Den ersten Versuch führte Hahnemann an sich selbst mit Cinarinde durch (Cinarinde wurde früher zur Behandung von Malaria eingesetzt). Hahnemann entdeckte, dass die Cinarinde bei ihm die Symtome hervorrief, die sie bei den Kranken lindert, nämlich hohes Fieber, Schüttelfrost und große Schwäche. Vergiftung eines Mittels am Gesunden.
1796: Durch dieses Erlebnis kam er auf die o.g. Ähnlichkeitsregel.
Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden - Biologisches Prinzip der Ähnlichkeit.
„Similia Similibus Curentur"
Hahnemann starb 1843 im Alter von 88 Jahren in Paris.

Die Homöopathie unterscheidet sich grundlegend vom schulmedizinischen Denken.
Hahnemann hat klar erkannt, daß eine prima causa morbi (erste Ursache der Krankheit) nicht ermittelt werden kann.
Er ging davon aus, daß diese im nicht-stofflichen Bereich liege, der sich naturwissenschaftlicher Forschung grundsätzlich entzieht.
Die Allopathie (Schulmedizin) ist eine körperorientierte Behandlung, die der Psyche wenig Platz läßt.
Sie hat den Vorteil, daß sie für den Kranken bequemer ist, denn er selbst braucht für die Wiedererlangung seiner Gesundheit keine Verantwortung zu übernehmen. Die Verantwortung liegt beim Arzt und dem Medikament.

Die Homöopathie ist nicht auf ständige Mutmaßungen über mögliche Krankheitsursachen angewiesen, denn sie beruht allein auf Beobachtung.
Für den Homöopathen sind die Individuellen Krankheitssymptome des Patienten die einzig denkbare Gestalt der Krankheit; sie allein führen sicher zur richtigen Wahl des Heilmittels.
Aus Sicht der Homöopathie sind Krankheitssymptome nie zufällig. Vielmehr bemüht sich der Organismus, aus eigener Kraft wieder gesund zu werden.

Die homöopathische Fallaufnahme, Anamnese genannt, ist das erste Gespräch zwischen Patienten und Heilpraktiker oder Arzt, es dauert meist 1,5 bis 2 Stunden.

Die Homöopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte und hilft die unterbrochene Verbindung des Patienten zwischen Körper und Seele wiederherzustellen, damit wird der Körper in optimaler Weise zur Selbstheilung angeregt.
Die Homöopathie heilt ganzheitlich.
Wenn Sie anfangen sich mit der Homöopathie zu beschäftigen, dürfen Sie lernen: Genau zu beobachten.
Sie achten auf Symptome, die Ihnen bislang wertlos erschienen.
Bei allen Möglichkeiten, die die Homöopathie zur Selbstbehandlung gibt, ist es wichtig, daß sich der Laie bei der homöopathischen Behandlung nicht überschätzt.
Bei schweren Krankheiten sollte er nicht eine Verantwortung übernehmen wollen, deren Konsequenzen er nicht überblicken kann.
In kritischen Situationen, sollte sich der Laie nicht zögern, sich professionelle Hilfe zu holen.
Albert Einstein:
„Logisches Denken verschafft uns keine Erkenntnis über die wirkliche Welt. Alle Erkenntnis der Wirklichkeit beginnt mit der Erfahrung und endet mit ihr. Alle Aussagen, zu denen man auf rein logischem Wege kommt, sind, was Realität angeht, vollkommen leer."

Die Potenzwahl

Die Höhe der Potenz ist neben der Wahl des richtigen Mittels (=Similium) zweitrangig. Benutzen Sie die Potenzhöhe, mit der Sie sich wohl fühlen!
Wenn Sie spezifische körper- oder organbezogene Wirkungen erzielen möchten, sollten Sie ganz niedere Potenzen wählen: D oder C 12. Diese wirken nicht so tief. Sie müssen daher öfter wiederholt werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß die niedrigen Potenzen bei akuten Erkrankungen den Verlauf zwar abmildern können, aber nicht verkürzen. Im Gegensatz dazu wirken die höheren Potenzen vor allem ab der C 200 sehr schnell. Sie bringen oft in wenigen Stunden eine Erleichterung und können den Verlauf der Krankheit erheblich verkürzen.

Selbstheilung und Homöopathie

Die Anfänge der Heilkunst waren einfach und unkompliziert. Dementsprechend äußerten sich die Krankheiten.
Und die Maßnahmen zur Überwindung waren genau so simpel.
Wenn ein Mensch erkrankte, zog er sich zurück, legte sich hin und ruhte sich aus. Er nahm keine Nahrung zu sich und versetzte sich in einen tiefen und heilsamen Schlaf. Man wußte, daß sich der Organismus in erstaunlich kurzer Zeit heilen kann, wenn er alle Kräfte auf sich konzentriert und nicht von Überflüssigem abgelenkt wird.
Aber in unserer heutigen hektischen, schnellebigen Zeit ist das oft nicht möglich oder man nimmt sich nicht die Zeit dafür.
Dabei ist das bewußte Erleben der Krankheit sehr wichtig, denn jede Krankheit ist ein Zeichen des Körpers, daß etwas nicht in Ordnung ist.
Dafür sollten wir unserem Körper dankbar sein, daß er uns Warnsignale gibt.
Ich vergleiche das immer mit dem Auto, wenn im Auto die „Rote Lampe" leuchtet, zwicken wir auch nicht einfach das Kabel durch, sondern fahren in die Werkstatt und lassen nachschauen, was kaputt ist, wo die Ursache liegt.
Wir selbst aber nehmen bei Schmerzen zum Beispiel oft eine Schmerztablette, um den Schmerz zu unterdrücken, ohne nach der Ursache zu sehen.
Alle diese Mittel hindern uns daran, uns auf uns selbst zu besinnen, zu schauen, wie geht es mir den gerade wirklich.
Wir kommen immer weiter weg von unserer inneren der Natur.
Unsere Vorfahren hatten oft noch ein Wissen über Heilmittel der Natur, das uns heute leider fehlt, da uns oft der Kontakt zur Natur fehlt.
Oft ist dem Kranken selber nicht bewußt, was zu seiner Krankheit geführt hat.
Die Homöopathie erkannte voller Demut, woher die Heilung wirklich kommt.
Sie stellt die gestörte Beziehung des Körpers zur Seele wieder her.

Wenn ein Kind Fieber hat ist das eine Heilreaktion des Körpers, dass das Immunsystem stärkt.
Fieber ist ein Anzeichen für eine Stärkung der Abwehrkräfte.
Hier ist es wichtig dem Kind zu helfen, es in seinem äußeren und innerem Wachstum zu stärken, indem es seine Krankheit durch leben darf.
Das ist ein wichtiger naturgegebener Entwicklungsschritt, der sicher auch mit Schmerzen und Leid verbunden sein kann.
Wenn das Kind in dieser Zeit nichts Essen mag, ist das völlig in Ordnung, da der Organismus seine Kräfte voll und ganz auf die Heilung konzentrieren kann und nicht durch den Verdauungsprozeß abgelenkt ist.
Allerdings ist genügend Flüssigkeit, je nach Vorliebe des Kindes sehr wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Wenn mit einer Krankheit ein Ausschlag dazukommt, sollte dieser auf keinen Fall durch Salben oder Puder unterdrückt werden. Das schwächt die Abwehr- und Selbstheilungskräfte des Kindes.
Der Ausschlag sollte innerlich behandelt werden, denn nur wenn er durch Heilung der Stoffwechselstörung verschwindet, kann man mit Sicherheit sagen, daß es sich um eine echte Heilung handelt.
Nach Unterdrückung von Ekzemen kann sonst evtl . Asthma entstehen.
Und auf der seelischen Ebene ist dem Kind die Möglichkeit genommen worden, seine Gefühle über die Haut auszudrücken, es wird um einen Entwicklungsschritt betrogen.

Die Persönlichkeit des Menschen ist wichtig!

Die homöopathische Behandlung richtet sich nie allein nach den Beschwerden, sondern immer auch nach der Persönlichkeit des Patienten.
Magenschmerzen, unter denen ein nervöser, aufbrausender, ständig seinen Untergebenen drangsalierender Mensch leidet, werden homöopathisch anders behandelt, als Magenschmerzen eines schüchternen, zögernden Menschen.
Nicht nur die Beschwerden und der individuelle Typ sind in der Homöopathie zu beachten, sondern auch die Tatsache, wer sie hat und wann sie auftreten.
Vormittags? Abends? Nachts?
Ist die Erkältung ganz plötzlich aufgetreten, oder hat sie sich langsam eingeschlichen?

Besserungen sind oft so deutlich, daß kein Zweifel besteht. Aber in einigen Fällen sind sie von subjektiverer Art.

Wenn Sie das richtige Mittel eingesetzt haben, werden Sie bald eine positive Wirkung spüren.